Ausbildungserfolg für Segelflugschüler des FSCN
Ausbildungserfolg für Segelflugschüler des FSCN

14jähriger flog erstmals allein

„Schmerzliche Glückwünsche" erhielt der 14jährige Flugschüler Tim Küpperbusch jetzt auf dem Flugplatz Neumünster von seinen Fliegerkameraden des Flugsportclub Neumünster (FSCN). Glückwünsche deshalb, weil er seine ersten drei Soloflüge im Segelflugzeug (ASK21) absolviert hatte. Schmerzlich, weil die Fliegertradition es verlangte, dem Alleinflug-Novizen mal gründlich den Hintern zu versohlen. Dabei sind die Segelflieger keineswegs eine grausame Gemeinschaft - vielmehr haben die Schläge auf das Hinterteil einen sehr pragmatischen Hintergrund. Segelflugreferent Roland Reugels erklärt den Brauch: „Zwar haben wir in den Flugzeugen hochmoderne Instrumente, die das Steigen und Fallen des Segelflugzeuges anzeigen, aber das wahre Gespür für die Thermik sitzt bei den Piloten im Po." Nicht umsonst sage man einigen sehr erfolgreichen Segelfliegern nach, daß sie „mit dem Hintern" flögen. Thermik ist von der Sonne erwärmte Luft, die vom Boden aufsteigt. Fliegt das Flugzeug in die Thermik ein, so „nimmt" die steigende Luftmasse den Flieger mit nach oben. Die Steigwerte betragen in der Regel zwischen einem und drei Meter pro Sekunde (m/s). Da die Thermik nur eine kleine „Luftblase" oder „Luftschlauch" ist, muß der Segelflieger zum Steigen in der. Thermik kreisen. Tim Küpperbusch hat seine Ausbildung im FSCN erst vor fünf Monaten aufgenommen. Nach knapp 90 Starts mit den ehrenamtlichen Fluglehrern hatte der 14jährige alles Wichtige über Start und Landung. Kurvenflüge und das Verhalten in besonderen Fällen gelernt und absolvierte unter Aufsicht von Fluglehrer Uwe Göttsche seine drei Alleinflüge ohne Probleme.

Damit ist er derzeit einer der jüngsten Alleinflieger des Vereins. Bis Tim Küpperbusch ohne die wachsamen Augen eines Fluglehrers starten darf, wird jedoch noch einige Zeit vergehen: Das Mindestalter für den Erwerb des Segelflug-Pilotenscheines liegt bei 16 Jahren. Bis dahin ist weiterhin Pauken angesagt: Im Winter wird Theorie gebüffelt, den Sommer über wird Küpperbusch weitere Alleinstarts sowie Flüge mit Fluglehrern absolvieren, die das noch sicherere Beherrschen des Flugzeuges, das Aufspüren und Ausnutzen der Thermik sowie die Streckenflugtaktik schulen. Am Ende der Ausbildung, die insgesamt zwei Jahre dauert, steht dann die offizielle Prüfung. Doch so weit denkt Tim Küpperbusch derzeit noch nicht: „Ich genieße erst mal frei wie ein Vogel ohne Fluglehrer zu fliegen." Wer mehr über das Segelfliegen erfahren oder es auch selbst erleben möchte, zum Beispiel während der Ferienfreizeit vom 31. Juli bis 13. August ist jeder Zeit auf dem Flugplatz Neumünster herzlich willkommen. Infos: gibt's beim Segelflugreferenten Roland Reugels, Telefon (0 45 54) 9 28 97, E-Mail roland.reugels<at>t-online.de, Internet-Adrtesse www.flugplatz-neumuenster.de.