Der Himmel voller Schmuckstücke
Der Himmel voller Schmuckstücke

Über 15000 begeisterte Zuschauer kamen am Wochenende zum Flugplatzfest am Baumschulenweg und bestaunten die Flieger.

Neumünster: „Hier Neumünster-Info, hallo, Tango-Mike. Erst muss der Segelflieger runter, dann ist noch Oscar-Charly vor Dir, also, bitte Position halten!" Gelegentlich musste Flugleiter Michael Kirsch die Anreisenden sogar in die Warteschleife schicken. Denn zahlreiche „Oscar-Charlies", „Delta-Echos" und „Foxtrott-Limas" sorgten für regen Luftverkehr über dem Baumschulenweg. Zwei Tage lang lockte das Flugplatzfest mit einer gelungenen Mischung aus FlugSchau, Formationsflügen, Fallschirmspringen sowie einem bunten Programm am Boden über 15000 Besucher an.

„Das ist das coolste - wegen dem Holzpropeller!" Domenic (6) hat sich sein Lieblingsflugzeug ausgesucht. Er bewundert den rot-weißen Doppeldecker „Focke-Wulf Stieglitz" aus den 30er Jahren. „Das strahlt Pionierzeiten aus, ich denke da gleich an Lederkappe und Fliegerbrille!", schwärmt seine Mutter Erna Husser. Gleich daneben ein weiteres Kleinod: Als Überraschungsgast ist die „Saab Safir" eingeflogen. Der Dreisitzer Baujahr 1954 ist die einzige noch flugtaugliche Schulungsmaschine der Lufthansa aus den Anfangszeiten; auf ihr lernten einst Jumbopiloten.

„Hören Sie doch mal diesen Sound!": Pilot Walter Dodel (62), der vor seinem Ruhestand Tornados und Phantome flog, heizt mit rund 360 Stundenkilometern in rasantem Überflug am Tower vorbei. Weitere Oldtimer stehen in Reih und Glied - eine Aeronca „Super Chief", Baujahr 1941 oder eine aus den USA importierte Cessna 140, die optisch durch ihre polierte Aluminiumhülle fasziniert.

Für offene Münder sorgt am späten Sonnabendnachmittag Pilot Werner Schoer: Groß, schwarz und laut brummend ist seine „Stinson SR 9C" Baujahr 1936, mit der er einen zackigen Überflug über das Flugplatzfest hinlegt - inklusive Rauchfahne. Das supermoderne Gegenstück: Der Ultra leicht-Flieger „Dyn Aero", aus Kohlefaser gebaut, 285 Kilogramm leicht und bis zu 240 Stundenkilometer schnell.

Vor allem am Sonntag starten und landen Flieger im Zwei-Minutentakt. Rundflüge sind begehrt. Zeitweilig beträgt die Wartezeit bis zu zwei Stunden. Mit lenkbaren Fallschirmen schweben außerdem FallschirmspringerPirouetten drehend der Erde entgegen. Viel wurde auch für die Kinder geboten: Ponyreiten, Quadfahren, Streichelzoo, Luftballontiere vom Clown Pauli und Karussell locken die kleinen Besucher. Am Sonntag fasziniert eine Piper-Staffel mit ihrem Formationsflug. „Wir sind total begeistert", ist das Fazit von FSCN-Pressesprecher Dr. Gerwin Dienger mit Blick auf die Menschenmassen - und zum Himmel: „Wir hatten echt Dusel mit dem Wetter!" Für den Verkehr galt das nicht. Zum Teil ging auf dem Baumschulenweg wegen des großen Andrangs gestern gar nichts mehr.