Erholung über den Wolken
Erholung über den Wolken

23 Kinder aus Tschernobyl amüsierten sich auf dem Flugplatz

Neumünster: Einsteigen und abheben zum Rundflug über den Einfelder See und Neumünster hieß es gestern für 23 „Tschernobyl-Kinder" und ihre Begleiter. Bereits seit 1992 organisiert der Flugsportclub Neumünster diesen ungewöhnlichen Ausflug für die kleinen Patienten, die hier zum Reha-Aufenthalt weilen (der Courier berichtete). „Es ist schon erschütternd, dass die Auswirkungen der Katastrophe noch heute existieren", so FSCN-Pressesprecher Dr. Gerwin Dienger. Martin Wendland, zweiter Vorsitzender, Hans Günter Nissen und Gerd Lehmann saßen im Viertelstundentakt an den Steuerknüppeln, und die Kinder kletterten nach der Landung hellauf begeistert aus dem Cockpit. Diese Freude trägt zur Gesundung bei - wie die vielen anderen schönen Dinge, die die Kinder in zwei Wochen erlebten, zog Organisatorin Eberhardine Seelig eine Halbzeit-Bilanz. Frische Luft, gesunde Kost, Mittagsruhe, Ausflüge an die Ostsee, in den Tierpark, aufs Land und demnächst nach Tolk tun Körper und Seele gut - ebenso wie physiotherapeutische Übungen. „Die Blutwerte der zehn Kinder mit Chemotherapie haben sich um ein Vielfaches verbessert", so Seelig und dankt allen Sponsoren herzlich. So spendierten die Sanitätsfirmen o.t.n. und Kowalewski neue Beinprothesen für Alexander (12) und Christina (12); die AOK schenkte ihnen zwei Aktivrollstühle. Doch Freud und Leid liegen dicht beieinander: Die kleine Irina (8), die Knochenkrebs hat, liegt im FEK. Ein transplantierter Knochen ist gebrochen, verursacht große Schmerzen. Um sicherzugehen, dass eine Operation keine Tumorzellen streut, wurde nachts das Röntgenbild nach Kiew zum behandelnden Arzt gemailt. Seelig besorgt nach einer kurzen Nacht: „Wir warten auf sein o.k."